Mit besten Erinnerungen denke ich an meine Zeit an der Kantonsschule Bülach zurück. Ich war zwischen 1980 und 1984 Schüler im neusprachlichen Gymnasium, was mich insofern erstaunte, als ich die Aufnahmeprüfungen seinerzeit mit dem sicheren Gefühl verlassen hatte, keinesfalls bestanden zu haben. Wir hatten sehr gute Lehrer. Und da ich kein begnadeter Rechner bin, ist meine Dankbarkeit vor allem gross für die Engelsgeduld meines Mathematiklehrers Martin Ruch, der sich meinen dauernden Anfängerfragen stets sorgfältig widmete. Die Schule strahlte immer Dynamik und Aufbruch aus. Viele unserer Pädagogen waren jung, als Rektor wachte Herr Prof. Peter Wolf mit der bewundernswerten Präzision und Gelassenheit eines Generalstabsoffiziers über das von ihm immer souverän kontrollierte Geschehen. Welche Lehren habe ich aus meiner Schulzeit gezogen? Ich war zu wenig kritisch gegenüber den Lehrern, und ich habe nicht alle hervorragenden Bildungsangebote optimal genutzt. Rückblickend möchte ich mich bei allen Exponenten des Lehrkörpers entschuldigen, die ich durch allenfalls unstatthaftes pubertäres Verhalten, wie es in meiner Altersgruppe damals sicher vorkam, nervte.
Heute bin ich Verleger und Chefredaktor der Weltwoche, und ich bemühe mich, kritischen Geist publizistisch zu vermitteln. Journalismus ist für mich die Fortsetzung des Lehrerberufs mit anderen Mitteln, stets der Aufklärung und dem Glauben an die Vernunft der Menschen verpflichtet ohne deshalb ihre Fähigkeit zu Unsinn und Unvernunft zu unterschätzen.
Ich wünsche der KZU, der ich so viel verdanke, von Herzen alles Gute für die Zukunft!
Mit freundlichen Grüssen
Roger Köppel, Jahrgang 1965.