Mathematik KZU
Unterricht
Mathematik und Musik


 
 
Mathematik und Musik

Eine Unterrichtseinheit mit integrierter Werkstatt
für das 11. Schuljahr

 
von Georges Wick
(im Ruhestand seit 2005)
 

Die Unterrichtseinheit orientiert sich an den alten Vorstellungen von Musik als der Lehre von den Zahlen, die bei den Tönen vorkommen. Wer eine Ahnung hat von Potenzen, Exponentialfunktionen, Logarithmen und Sinusfunktionen, wird in eine Thematik eingeführt, in der außerordentlich viele Verbindungen zwischen Rechnen, Sehen, Hören und Spüren bestehen. Der Unterricht besteht aus Demonstrationen, Theorieabschnitten und Übungen.


Mit einer Werkstatt (schweizerischer Prägung) wird im Normalfall die Unterrichtseinheit abgeschlossen. Im Rahmen dieser Werkstatt kann das Besprochene verständlicher, das Angedeutete erlebbar gemacht werden. Es werden aber auch neue Fragen gestellt und Meinungen eingeholt. Die Unterrichstseinheit wurde mehrfach durchgeführt.

Vor und nach jedem Durchlauf gab es Änderungen und Erweiterungen. Die neuesten Werkstattposten sind jener über die Lautenbünde nach Zarlino und jener zur chinesischen Flöte.

In diesem Grenzgebiet von Mathematik und Musik tauchen immer wieder Fragen auf, welche deutlich machen, was wir unter Wissenschaften verstehen, und wie diese Wissenschaften entstanden sind. So etwa Fragen

  • über die Verknüpfung von Musiktheorie und Musikpraxis,
  • über die Mathematik in fremden Diensten, als Werkzeug der Mystik, der Spekulation, des Experimentierens, des Modellierens,
  • darüber, was Leonhard Euler bewogen haben könnte, seine Funktion zur Bestimmung des Gradus Suavitatis zu konstruieren,
  • über den begrifflichen Wandel, der eine Nachkorrektur des Begriffs «gleichschwebend» zu «proportional schwebend» nahe legt,
  • darüber, ob Experimente gezielt nur den physikalischen, nur den physiologischen, nur den neuronalen, nur den psychologischen Anteil von «Tonempfindungen» ermitteln können,
  • über die Rolle der Mathematik in der Theoriesprache der Musik.

Das Thema zeigt, wie weit der Rahmen eines Schulfachs sein könnte. Hier sind es die Probleme, für die man nach den adäquaten mathematischen Werkzeugen sucht. Das Rechnen mit Potenzen, mit geometrischen Folgen und mit Logarithmen bekommt dabei einen tieferen Sinn.


Theorie    Werkstatt    Mediographie    Intervall-Tabelle

Rückmeldungen: Mail an Georges Wick


Theorie «Schwingungen und Töne»

Erster Teil - Inhaltsverzeichnis

  1. Kreisbewegung
    Allgemeines, Periode und Frequenz, Gleichungstypen, Aufgaben
     

     
  2. Schwingung
    Kartesische Beschreibung der Kreisbewegung,
    Einschränkung des Interesses auf y-Koordinate, Aufgaben

     
  3. Sinuston
     
  4. Mischen
    Information, Bezeichnungen, Aufgabe
     
  5. Schwebung
    Beobachtung, Bezeichnungen, Aufgabe, Feststellung
     
  6. Aliasing
    Feinheit der Darstellung, Folgerung, Aufgabe
     

     
  7. Synthesizer-Bausteine
    Oszillatoren, Operatoren auf allen Signalformen,
    Operator mit Impulssignal in der Rolle «controlled»

     
  8. Vergleichen
    Beobachtung, Zum Entstehen einer Lissajousform,
    Aufgaben und Folgerungen, Zeit- und Winkeldifferenzen

     

     
  9. Lösungen der Aufgaben
     

Download Erster Teil

 

Zweiter Teil - Inhaltsverzeichnis

  1. Intervalle
    Definition, Intervalle im multiplikativen Sinn, Redewendungen,
    Das logarithmische Maß von Intervallen, Aufgaben,
    Eine Klavieroktav, Äquivalenz von Intervallen,
    Darstellung von Intervallen durch Lissajousformen

     
  2. Klang, Ton, Frequenzspektrum
    Klänge und Töne, Klang- und Tonfunktion, Einfache Klänge,
    Frequenzspektrum, Aufgaben, Posaune,
    Erste Warnung, Zweite Warnung

     
  3. Zweiklänge - Wohlklänge
    Einfache Töne, Grade des Wohlklangs
     
  4. Verstimmte Wohlklänge
    Verstimmte Prim, Verstimmte Oktav, Verstimmte Quint,
    Verstimmte Quart, Die Quart-Quint-Regel

     



     

     

Download Zweiter Teil

 

Dritter Teil - Inhaltsverzeichnis

  1. Siebentonleitern
    Konzept, Die pythagoräische C-Dur-Tonleiter, Die reine C-Dur-Tonleiter,
    Die C-Dur-Tonleiter «7-aus-12-gleichen»,
    Die C-Dur-Tonleiter «7-aus-31-gleichen»

     
  2. Pythagoräische Leitern mit mehr als sieben Tönen
     
  3. Der Stimmungskreis als Rechenhilfe
     

     

     
     
  4. Andere Zwölftonstimmungen
    Pythagoräische Stimmung, Reine Stimmung, Mitteltönige Stimmung,
    Eine Stimmung von Werckmeister, Eine Stimmung von Kirnberger,
    Eine Stimmung von Vallotti, Eine Stimmung von Kellner

     
  5. Stimmung und Temperatur
    Reine Stimmungen , Temperierte Stimmungen
     

     

     
  6. Zum Begriff «gleichschwebend»
    Zitate, Die Fehldeutung, Die alten Bedeutungen,
    Zur Schwebungsfrequenz «gleichschwebender» Quinten

     

Download Dritter Teil

 


Werkstatt

Kurzbeschreibung der Posten

  1. Singen
    Sie müssen einen wunderschönen Sinuston singen. Er sollte schöner sein, als der Ton von der Kassette. Dann versuchen Sie zum Stimmton in reinen Intervallen zu singen, in Prim, in Oktav, in Quint, in Quart.
    Download Singen
     

     
     
  2. Stimmen
    Auf einer Kantele sollen Sie Saiten in Prim und in Oktav stimmen. Sie verlassen sich dabei allein auf Ihr Gehör und Ihren Tastsinn. Das Stimmgerät dient nur zur nachträglichen Kontrolle.
    Download Stimmen
     

     
     
  3. Keyboard-reine Intervalle
    Mit Hilfe eines Yamaha DX11 und eines Oszilloskops werden Sie die Analogie «reine Klänge - einfache Lissajousfiguren» erleben. Wenn Sie musikalisch versiert sind, können Sie noch die «Yamaha-reine» Stimmung für eine C-Dur-Tonleiter berechnen.
    Download Keyboard
     

     
     
  4. Reinheitsgrad
    Zuerst zur Praxis: Sie müssen Intervalle nach Ihrem Gefühl in eine Rangordnung bezüglich Reinheit stellen. Dann zur Theorie: Es wird Ihnen vorgeführt, wie Euler rein mathematisch mit einer Funktion - er nennt sie «gradus suavitatis» - Intervalle in eine Rangfolge gestellt hat. Wer weiß, vielleicht sind Eulers Kopf und Ihr Gefühl ein Herz und eine Seele.
    Download Reinheitsgrad
     

     
     
  5. Texte
    Es liegen Ihnen zwei lateinische Texte von Guido von Arezzo vor. Der erste, musiktheoretische Text handelt von den Namen der Töne. Der zweite Text ist eine Fürbitte an den heiligen Johannes. Sie gehört zu einem Lied, das im Mittelalter als Eselsleiter diente. Bearbeiten Sie nur einen der beiden Texte.
    Download Texte
     

     
     
  6. Tastenzahloptima
    Wird die Oktav in n gleiche Intervalle unterteilt, so lassen sich die reine Quint und die reine Terz nur fehlerhaft erzeugen. Ist für ein bestimmtes n der Fehler klein, so wollen wir sagen: «Dieses n ist gut». Mit Hilfe des Tabellenkalkulationsprogramms Excel werden Sie jene n finden, die besser als alle ihre Vorgänger sind.
    Download Tastenzahloptima
     

     
     
  7. Posaune
    Sie müssen herausfinden, welche Naturtöne dieses einfachen Blasinstruments in die Zwölf-Ton-Leiter auf dem Klavier passen.
    Download Posaune
     

     
     
  8. Fünftonleitern
    Sie werden drei Fünftonleitern rechnen müssen. Dann können Sie diese noch anhören und ihren besonderen Charakter wahrnehmen.
    Download Fünftonleitern
     
  9. China-Flöte
    Sie berechnen die Pfeifenlängen einer Pan-Flöte nach altchinesischer Manier, wie sie zum Beispiel im Buch «Frühling und Herbst des Lü Bu We» beschrieben ist. Sie schneiden entsprechend lange Plastikröhrchen und bauen sich eine eigene Flöte mit fünf Pfeifen. Zum Schluss versuchen Sie auf Ihrer Flöte Melodien zu spielen.
    Download China-Flöte
     

     
     
  10. Stimmungen
    Stimmungskreise sind graphische Darstellungen von Stimmungen. Sie zeigen in Farbtönen die Qualität der in der Stimmung verwendeten Quinten und Terzen. Ihre Aufgabe ist es vier oder fünf Stimmungen und die zugehörigen Stimmungskreise zu untersuchen.
    Download Stimmungen
     

     
     
  11. Lautenbünde
    Bünde auf Lauten und Gitarren legen automatisch eine gleichstufige Stimmung fest. Sie lernen eine konstruktive Methode zum Setzen von Bünden kennen, die Zarlino 1588 veröffentlicht hat. Die Methode basiert auf der Konstruktion des geometrischen Mittels mit Hilfe des Höhensatzes. Sie führen die Konstruktion selber aus.
    Download Lautenbünde
     

     
     

Mediographie

Die Mediographie enthält Titel von Schrift- und Tondokumenten nach den Namen der Autoren geordnet.

Hier geht es zur Mediographie


Intervall-Tabelle

Die Intervall-Tabelle enthält die gebräuchlichsten Intervalle.
Es handelt sich um ein PDF-Dokument (252 KB).

Download Intervall-Tabelle


Download Theorie Erster Teil
PDF-Dokument (222 KB)
Download Erster Teil

Download Theorie Zweiter Teil
PDF-Dokument (272 KB)
Download Zweiter Teil

Download Theorie Dritter Teil
PDF-Dokument (973 KB)
Download Dritter Teil

Download Theorie (Aufgaben)
Excel-Arbeitsmappe (616 KB)
Download Aufgaben mit Excel


Download Posten Singen
PDF-Dokument (68 KB)
Download Singen

Download Posten Stimmen
PDF-Dokument (24 KB)
Download Stimmen

Download Posten Keyboard
PDF-Dokument (41 KB)
Download Keyboard

Download Posten Reinheitsgrad
PDF-Dokument (42 KB)
Download Reinheitsgrad

Download Posten Texte
PDF-Dokument (39 KB)
Download Texte

Download Posten Tastenzahloptima
PDF-Dokument (27 KB)
Download Tastenzahloptima

Download Posten Posaune
PDF-Dokument (29 KB)
Download Posaune

Download Posten Fünftonleitern
PDF-Dokument (38 KB)
Download Fünftonleitern

Download Posten China-Flöte
PDF-Dokument (117 KB)
Download China-Flöte

Download Posten Stimmungen
PDF-Dokument (51 KB)
Download Stimmungen

Download Posten Lautenbünde
PDF-Dokument (56 KB)
Download Lautenbünde


zum Seitenanfang